Try to be Mensch, nannten Element of Crime ihr zweites Album

Das Einüben von Sprechweisen interessiert mich. Man nimmt Wörter in den Mund. Schließlich sollen sie schmecken. Welche Wörter passen zu mir, welche nicht. Es ist wie mit den Hemden, den Hosen, den Schuhen. Warum sprechen nun manche Leute mittendrin Englisch, obwohl alle am Tisch Deutsche sind? „As far as I can see. Believe me, I’m not kidding you.“ Es gibt Wörter, die passen nicht. Es gibt sogar Wörter, die einen ekeln. Mich ekelte das Wort „reif“, nachdem mein älterer Bruder mir Unreife vorwarf. Ich war damals fünfzehn, er siebzehn. Ich dachte an Fäulnis. Vor zehn Jahren etwa sprachen eine Menge Leute vom „Prokrastinieren“, und ich mochte nicht wirklich wissen, was sie an sich auszusetzen hatten. Irgendwann einmal war etwas „camp“ und hatte mit Susan Sontag zu tun – offenbar eine analytisch-empirische, vielleicht auch anekdotisch fundierte Begriffsprägung. Ich würde niemals camp sein wollen, denn das bedeutet Lager, also Haftung und so weiter. Ich bin für die Haftung, aber ich lasse sie mir ungern aufzwängen, und auch das versteht sich wieder wie von selbst.


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