Sehe ich jemandem zu, der auf ein Podium tritt und sogleich zu reden beginnen wird, stelle ich mir, ich sei das. Spricht er, bange ich mit. Stottert er oder verfängt sich im Manuskript, leide ich mit. Ich tue das auch bei jenen, die als Idioten oder Feinde gelten. Stets ergreift mich das Mitgefühl. Noch die Schlimmsten scheine ich spüren zu können und lese sie gegen den Strich. Nietzsches Antichrist ist die schönste und ehrlichste Hommage an den historisch verbürgten Jesus von Nazareth. Ich meine, ich hätte das hier im Café bereits erwähnt. Die enttäuschten Gläubigen schreiben die tiefsten Texte über ihre zerstorbene Liebe.
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