Langeweile ist essentiell. Der Verlauf der Zeit bereitet Qualen. Eine Erfahrung ersten Ranges. Ein Leiden nicht nur in der Zeit, sondern an der Zeit. Als Kind zwischen den Verwandten, die sich über Gott weiß was unterhielten. Als Kind im Kindergottesdienst. Als Erwachsener in einem öden Vortrag über ein Thema, das doch interessant zu sein versprach. Hörsäle, Wartezimmer, Check-in-Zone der Flughäfen. Gespräche, aus denen nichts wird – die mit einem Mal versanden. Wohin sich wenden, was tun? Schlimm ist es, wenn man nicht gehen kann oder von selbst nicht herausfindet aus einer unangenehmen Situation. Langeweile unterfordert und überfordert zugleich. Suche nach Ablenkung, nach einem stärkeren Reiz. Langeweile läßt den Wunsch nach echten Taten wachsen.
Entdecke mehr von holger tegtmeyer / texte und tage
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.