Die Dinge überhöhen. – So könnte man sie auch untertiefen? – Schon klar, es geht um das rechte Maß und die Abwehr von Übertreibung und Mystizismus, ein aufklärerischerer, also gemäßigter Affekt. – Ich aber scheine es nötig zu haben, die Dinge zu überhöhen. Jedenfalls tue ich es, selbst wenn ich es lassen wollte. Für mich sind die Dinge groß, und sie waren groß für mich von Anfang an. Es ist mir möglich, sie wie gelernt zu relativieren. Schon recht, ich bin des Einordnens fähig und kenne die Register. Ich weiß auch, wie über was zu sprechen ist, so daß man nicht auffällt oder aneckt. Doch ändern diese Kompetenzen nichts daran, daß für mich die Dinge groß sind, größer wohl als für andere. Ich liebe die sogenannte Überhöhung, sie führt aus dem geistigen und emotionalen Flachland heraus. Ich verstehe Überhöhung an dieser Stelle ironisch, falls das beim Verstehen hilft. Wer kennt denn die wahren Maße der Dinge! Die Zivilisationen schummeln sich durch, das habe ich längst verstanden. Sie legen sich die Dinge so zurecht, daß sie handhabbar sind. Gut so. Da ich aber mit dem Leben gar nicht gerechnet habe, ist mir alles erstaunlich, wenn nicht wunderbar.
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