Wirrwarr

Im Wedding verlaufe ich mich stets oder habe größte Mühe, mich zu orientieren. Mir ist schleierhaft, wie die Leute in ihre Wohnungen zurückfinden. Das räumliche Vorstellungsvermögen versagt, die Himmelsrichtungen werden sinnlos. Die Straßen verlaufen diagonal von links unten nach rechts oben, von rechts unten nach links oben. Selbst Google Maps steigt am Leopoldplatz aus und macht nicht mehr mit, quittiert die Funktion. Ich will zum Krematorium und scheine es andauernd nur zu umkreisen. Auch dort herrscht diese X-Struktur der Straßen. Die Menschen, denen ich begegne, sehen aus oder tun so, als kennten sie sich aus. Ich wage nicht, sie anzusprechen, denn es könnte sich bewahrheiten, daß wirklich niemand weiß, wo was zu finden ist. Es muß an meinen ramponierten Nerven liegen, beruhige ich mich. Ich habe viel durchmachen müssen in letzter Zeit, die bloße Zeitgenossenschaft setzt zu und mattiert.


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