Ehrbarkeit

Ließe man ein Lot tief in die Herzen und das Wissen der Familien hinab, müßte man die Einzelnen erreichen, die zu empfinden vermögen und nicht das Kauderwelsch der Verwechselbarkeit sprechen. An die Außenseiter wird man sich wenden, wenn das Kauderwelsch überwiegt. (Jargon, Gerede, Phraseologie irgendeiner Herrschaftsclique, Sekte oder Bonzenfraktion.) Das Schweigen lastet schwer, an manchen Tagen meine ich es einzuatmen wie Schuldbrand. Frage ich herum, unter Freunden und Bekannten, weiß niemand so recht Bescheid, was die jeweiligen Vorfahren getrieben haben. Damals, als es darum ging. Immer schön tabu halten, so läuft das Rad. Übrigens beruht es auf Gegenseitigkeit. Die Anderen waren noch viel schlimmer. Die Amis, die Iwans, die Franzmänner, die Tommys. Ein Konsortium aus Wachsfiguren. Klischeeaufmärsche. Fast erleichternd, wenn einmal jemand seine Wahrheit kundgibt, ehrlich und ungeschützt, wie aus Verzweiflung. Alle anderen noch hinter irgendeinem Bollwerk.


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