Dreimal lachen, erst dann was machen

Die Dinge verändern sich täglich, das beunruhigt. Ich schlage aus wie ein Meßinstrument und soll zugleich derjenige sein, der die Messungen vornimmt. Ich habe noch keine Position gefunden, aus der das möglich ist. Die beste ist die des Autors, und deshalb wohl schreibe ich auch. (Man weiß nie genau, was man tut, auch wenn man es behauptet.) Mit Verschweigen und Wegducken ist es nicht getan, und ich spüre sehr wohl die neuen Tabus. Im Bekanntenkreis und in den Familien werden bestimmte Themen gemieden, aus Furcht, daß Entzweiung eintritt oder sich vertieft. Niemand kann sich sicher sein. Ich bejahe diese Unsicherheit und möchte die Tabus nicht verletzten, aber markiert sehen. Für mich ist nicht schlimm, ich wiederhole das, wenn jemand anderer Meinung ist. Ich gehe vielmehr davon aus. Doch Tabus sollten nicht in zu großer Zahl gesetzt und verteidigt werden. Sonst können wir bald nicht einmal mehr über das Wetter reden, ohne daß es sofort Klima ist.


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