Auf der Erde, nicht in ihr

Von Zeit zu Zeit muß ich an meiner eigenen Auferstehung arbeiten. Gestern nacht sah ich im Film, wie ein paar Leute, Teilnehmer eines „Wellness-Retreats“, sich ihr eigenes Grab schaufelten, anschließend hineinlegten und meditierten, was aus ihnen vielleicht werden könne, stiegen sie nach ihrem symbolischen Tod zurück ins Leben. Wünschen kostet nichts. Es gibt Lebensphasen – jedenfalls reden wir so. Es gibt ein langwelliges und wiederkehrendes Auf und Ab. Jeder zeichnet da seinen eigenen Kurvenverlauf. Ich hole mir, so mag ich es sehen, aus der Tiefe Schwung für den nächsten Aufstieg. Ein wenig erinnert das an eine Radtour durch gebirgige Landschaft. Mit vollem Tempo hinunter, um anschließend die Hälfte des Anstiegs leicht hinzubekommen. Schließlich muß man ordentlich in die Pedalen treten, um zum Scheitelpunkt zu gelangen. Anschließend wieder runter. Und das ein Leben lang. Im Flachland ist es weniger dramatisch, doch der Gegenwind kommt ins Spiel. Als Rückenwind verleiht er Flügel. Während dieser Touren verändert man sich.


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