Niemand wünscht sich das

Brenzlig würde ich eine Situation nennen, in der die handlungsführende Macht sich zu keiner umfassenden Risikoabschätzung mehr in der Lage sieht und jeglichen Gedanken daran, daß es schiefgehen könnte, abweist. Auf solche Weise definiert man die Verzweiflung ebenso gut wie die Entschlossenheit. Sie ähneln einander und überdecken sich zu Teilen hinsichtlich ihrer Wortbedeutung. Der Entschlossene ist bereit, alles zu tun, nicht minder der Verzweifelte. Sie gehen ans Limit und überschreiten es. Einspruch und Mäßigung sind ihnen feind. Alles oder nichts. Oft fehlen Schlaf und Mahlzeit. Hektisches Aussenden von Botschaften, innere Monologe, Angstzustände, Paranaoia. Der Rückweg in die Selbstdistanz scheint verbaut. Stattdessen Schicksalsgläubigkeit und inneres Drama, das sich nach außen kehrt und insofern objektiviert.


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