Staub 2

(Ansonsten gilt – man läuft nicht davon.) Die Aufgaben, die herangerauscht kommen, manchmal wie aus dem Nichts, scheinen zu passen. Sie sind jeweils groß genug, um Furcht einzuflößen und altbekannte Versagensängste aufzurufen. Darin liegt ihre Bedeutung, betrachtet man sich als offenes System, das antwortfähig ist. Die Aufgaben erscheinen zunächst unlösbar, doch bei näherer Betrachtung ergeben sich Annahmen eines oder mehrerer möglicher Lösungswege. Daß man verweigern will und den Ausweg in der Flucht sucht, liegt in der Natur. Wir sind das Pferd, das scheut. Wem bricht es nicht das Herz, ein Pferd eingeritten, also gebrochen zu sehen? Wer wünscht sich nicht jemanden herbei, der einem erklärt, wie man das alles schaffen kann, als Pferd, als Mensch, als schützenswertes Wesen. Ich denke oft an die abgebrochenen Leben der Kriegstoten. Wie jung sie sterben. Unvollendet, sagt man. Ich möchte im Umkehrschluß wissen, wie ein vollendetes Leben aussehen mag. Zuende gebracht und ausgeführt – derart weit, daß es sich anbietet, auszuruhen und den längeren Schlaf anzutreten, sich dem Fährmann zu überlassen und so weiter.


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