Die Dinge erledigen sich von selbst. (Das könnte eine Lehre sein, die uns voranbringt.) Deshalb ist Nichthandeln manchmal (oft) besser als das vielgepriesene und geforderte Handeln. Man könnte auch empfehlen: Abwarten, ob es noch wichtig ist. Nimm dir einen Tag, schon hat sich die Anzahl der sogenannten Probleme halbiert. Allerdings sind die Leute auf das Tun gestimmt oder werden dazu angehalten. Aktion ist besser als Reaktion usw. Ich bin mir nicht sicher, ob dem so ist. Ich verstehe allerdings, daß behandelt wird, wer selbst nicht zu handeln vermag. Bei Ernst Jünger habe ich, ich weiß nicht wo, gelernt, daß es besser ist, eine Situation zu schaffen, als in eine andere gezerrt zu werden. Doch ich denke nicht derart strategisch. Mich interessiert der Lauf der Dinge, wie man so sagt. Insbesondere der Lauf solcher Dinge, die wie von selbst auslaufen. Ihr Auslaufen, also Schwächerwerden, hat vielfältige Gründe. Sie scheinen die Energie, die sie einstmals aufgenommen hatten, mittlerweile wieder abgegeben zu haben. Man kann die gesamte Debattenkultur unseres Landes als ein solches Energietauschprogramm auffassen. Die Aufregung hier besorgt die Abregung dort. Der Stromkreis funktioniert, wenigstens metaphorisch. Zu Stockungen kommt es, wenn Kräfte beharren und den Strom zu stauen versuchen. Später bricht der Damm. Dann kommt es zu Überschwemmungen.
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