Ein Vergleich der Bilder: Auf Springsteens Nebraska-Album [1982] eine Straße, Blick vom Beifahrersitz über das Armaturenbrett nach vorn, wo Himmel und Erde an der Horizontlinie aufeinanderstoßen, Schneereste auf der Kühlerhaube, Weidezäune links und rechts des Asphaltbandes, die Fahrbahnmarkierungen sind verblaßt, schwere Wolken voraus, es gibt keine Landschaft und entsprechend wenig zu sehen, nur endloses Gras- und Weideland, wichtig ist allein die Straße, denn die führt wohin oder von irgendwo weg. Anders bei Ryan Adams [2023]: der Blick des Betrachters geht auf eine Höhenlinie, der Bergsattel und die -hänge sind bebaut, man sieht Lichter und Bäume, die Umrisse einzelner Häuser und ein überdimensioniertes Kreuz, weithin leuchtend als Hoffnungs- oder Mahnzeichen. Von wo aus das gesehen wird, verrät sich nicht. Der Himmel ist leicht bewölkt, hinter der Hügelkette geht im Westen die Sonne unter. Muß denn überall Trost sein, frage ich mich. Macht dieses Kreuz die Einsamkeit nicht umso schlimmer. Ich steige, sollte ich wählen, sofort in diese abgewrackte Karre von 1982 und stelle mich jenem unheilvollen Himmel über der endlosen Ebene von meinetwegen Nebraska.
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