„Ein Tag ohne Üben vermasselt dir die ganze Woche“, behauptet das digitale Sprachlernprogramm. Allerdings stimmt es nicht. Der Tag ohne Üben war besonders schön, fast schon berauschend. Ich benutze es, mißtraue aber seiner Programmatik. Man kann sich selbst in die Pflicht nehmen, freiwillig und meinetwegen aus Überzeugung (falls das hilft), aber man sollte sich nicht einem ausgeschriebenen Programm unterwerfen. Sukzessive wird sonst die Freiheit abgeschafft. Ich verteidige die Freiheit faul zu sein, nichts zu tun, am Wolkenhimmel Bilder zu sehen. Mir wäre es recht, wenn ich in der Schnellbahn einschliefe und an der Endstation erwachte. Wer weiß, was es dort gibt. „Yorckstraße Endstation“ ist auf der LED-Anzeige in der S1 zu lesen, man benutze Richtung Gesundbrunnen den Schienenersatzverkehr. Ich dachte gestern an Endstation Sehnsucht und stieg auch aus.
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