Tage wie ausgekugelte Schultergelenke

„Tage wie streunende Hunde“ – ja. Ich zitierte aus True Detective zu Beginn dieser Texte und Tage, irgendwann vor nahezu acht Jahren. Bald ist März, dann sind sie voll. Acht mal dreihundertfünfundsechzig ergibt zweitausendneunhundertzwanzig. Das liest sich nicht bequem. Tage wie Windhunde. Tage wie mürbe Schuhsohlen. Tage wie Eiscreme. Tage wie verschüttetes Abwaschwasser. Tage wie fabrikneue Ware. Tage wie Stecheisen. Es geht voran, ich schreite mit. Begegne ich einer unangemeldeten Demonstration, wechsle ich die Straßenseite. Erblicke ich einen Polizisten, bekreuzige ich mich. Klingelt mich ein Radfahrer freundlich vom Gehweg, werfe ich Kußhändchen. Mangelt mich ein Auto um, danke ich dem Herrn. Schneller geht’s nicht. Berlin hat nachgewählt, jede Stimme zählt. Ich habe Mitleidsstimmen gegeben, möchte nicht tauschen. Dieses Gerangel ums Rechthaben und Besserwissen verdirbt den Geschmack. Man wird billig mit der Zeit, verschlagwortet das eigene Inventar. Karl Korn, Sprache in der verwalteten Welt [1958].


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