Blumen

Wenn ich es doch sagen könnte. — Ich kann es nicht. — Ich möchte beinahe täglich sagen und schreiben, wie es sich anfühlt in dieser besonderen Zeit. — Was denn? — Ich würge, ich schreibe oder schreie wie eine Krähe: Äääääh. — Bereits vor zwanzig Jahren fühlte es sich so an, doch damals konnte man auch nicht darüber sprechen: die Depression einer entsetzlichen Leere inmitten einer Anhäufung von Krempel und Firlefanz, verteilt auf alle Schichten und Bildungsstände. Leere in der Fülle: lochtiefe Leere in allem, was nicht privat und einzeln und besonders von Mensch zu Mensch ging, also spürbar wichtig war. Ich wurde in den Konsum gestoßen wie ein Opferlamm, doch ich ließ mich nicht ausweiden. Ich lebe. Wir wurden gelockt mit beleidigenden Angeboten und sollten schnappen. Bereits Anfang der Nullerjahre war klar: ich bin, wir sind – ausgekitzelt. Aus mir kommt kein Applaus mehr. — Ich trauere keiner Zeit nach. Ich kenne kein besseres Früher. Die Alten vergolden sich ihre Vergangenheiten und lügen. — Daß hier kein Krieg herrscht, ist das Beste, was sich sagen läßt. Mag sein, er ist ins Innere des Einzelnen verlagert.


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