Auf der Verkehrsinsel (Metaphern sind Gold wert) steht ein stattlicher Mann mit Bart, verfilzten Haaren und einer Decke, die er wie einen Poncho trägt. Ein Obdachloser, wie man seit etlichen Jahre sagt; früher nannten wir sie, vielleicht etwas romantisch, Stadtstreicher. (Aus der dörflichen Kindheit sind die Landstreicher in Erinnerung.) Erst als die Fußgängerampel eine Zeitlang rot zeigt, geht er los. Vielleicht ist er verwirrt, vielleicht nur in Gedanken. Schon kommt die Automeute herangebraust. Ich gebe ihr Zeichen mit der Hand, daß sie stoppen soll. Das war wohl unnötig, die Fahrer an der Spitze haben ihn, den Überschreitenden, bereits gesehen und die Fahrgeschwindigkeit vermindert. Schon ist er auf der sicheren Seite und läuft den Fußweg entlang der Geschäfte Richtung Alexanderplatz. Ich sehe ihm nach. Vielleicht wollte er es dem Schicksal anheimgeben, was wird – den Autoverkehr entscheiden lassen, wo er heute nacht ruht.
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