Zähes Beginnen im April. Besser, man hilft sich. Besonders der Jammer muß erhört werden. Die Klagen sind zahlreich, die Leute können nicht mehr. Im Mai schmeißen sich dann einige von ihnen vor den Zug, es ist barbarisch. In einer nackten Leistungsumgebung zu leben ist giftig. Das Menschsein bedarf der Verständigkeit. Immer sachte, immer langsam. Niemand kommt schneller in den Himmel, nur weil er drängelt. Gott ist indisponiert. Viel Freude im Vollzug der menschlichen Freiheiten. Als ich Cioran zitierte, verstand niemand. Er schrieb (sinngemäß), wenn er an Gott glaubte, kennte seine Arroganz keine Grenzen, er würde nackt auf den Plätzen tanzen. – Ich habe es gefunden: „Wenn ich an Gott glaubte, würde meine Arroganz keine Grenzen kennen: ich würde nackt auf den Straßen spazieren gehen.“ Spazieren lediglich, nicht tanzen. 1957, Syllogismen der Bitterkeit. Ich selbst verspüre keine Bitterkeit. Nur manchmal schmecken die Oblaten etwas fade.
Entdecke mehr von holger tegtmeyer / texte und tage
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.