Fußballspielen zusehen und begreifen, was Gladiatoren sind. Nicht um Leben und Tod zu kämpfen – und doch jedesmal wieder exakt solches zu müssen, nur „symbolisch“. Der FC Bayern ist heute abend gegen Manchester City einen symbolischen Tod gestorben. Der Unglücksrabe des Spiels, das 0:3 verloren wurde, heißt Dayot Upamecano, ist französischer Nationalspieler und auch als Verteidiger einer der Hochbegabten, denen es hin und wieder an Zuverlässigkeit gebricht. Deshalb wird er gescholten und verehrt, nicht anders als sein Mannschaftskamerad Leroy Sané (der heute die Distanzschüsse aufs Tor des Gegners abfeuerte). Upamecanos Schnitzer und leichtfertigen Ballverluste assistierten dem Gegner, der aus wenig Chancen höchsteffektiv seinen Torhunger stillt. Respekt beiden Mannschaften für ein interessantes (Pokerwort) Spiel. Daß sie hierzulande fußballerisch auf „die Bayern“ schimpfen, speist sich nicht aus reinen Quellen. Neid und Mißgunst drängen vor. Der Tribalismus im Fußball duldet keine Anerkennung des Überlegenen. Dabei zeigte das heutige Spiel, wie sehr der deutsche Vereinsfußball einer Größe wie der des FC Bayern bedarf, um im internationalen Vergleich nicht abzusemmeln. Dem widerspricht nicht, daß es in Berlin eine Freude ist, den FC Union weit oben in der Liga zu wissen, wenn schon die Hertha sich derzeit nicht erholt. (Natürlich hassen, verachten oder ignorieren sich die Fans beider Klubs und fiebern der nächsten Begegnung entgegen. Lokalderbys sind bürgerkriegsähnlich, also heftiger noch als sonst schon die Rivalitäten.)
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