Paradieswahl

Als könne von einem Selbstbewußtsein nicht mehr die Rede sein, da das Selbst Schaden genommen hat. Durchlöchertes, käselöchriges Selbst, durchsiebt von den Einschüssen salvenartig abgefeuerter Informationsmunition an immer dieselben Stellen. Ein Behälter, der ausläuft; ein Schiff, das leckt; eine Waschmaschinentrommel. Herrgott, wurden wir zugerichtet. Nun stopfe ich mir die Löcher mit Zuversicht und Verzeihen, und es gibt bereits Tage, da ist mir, als gäbe es mich erneut. Erneut und demnächst schon erneuert? Nur keine Eile, heile mit Weile. Einen Gruß an die Spin-Doktoren, die Kampagnen- und Penetrationsplaner, einen Gruß an die schweigende Mehrheit, einen Gruß an die eingeschüchterte Minderheit. Krieg ist Frieden, links ist rechts, Solidarität ist Zwang. Weit haben wir es gebracht, bald singen wir die Hymne und lächeln glückselig, wenn die Bomben fallen. Das Gute siegt, bis es kein Gut mehr gibt. Auch so läßt sich einebnen, was noch steht. Ach, diese aufgeschürften Tage in dieser aufgeschürften Zeit. Ich sehe nur noch Wunden und lecke die eigenen.


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