Weltschnuppe

Ich laufe bestimmt nicht entlang meiner Wunden, um in die Blutwanne zu stürzen wie in einen Vulkan. Ich beachte Krater- und Wundrand und verschaffe mir, die klaffende Öffnung vermessend, eine Übersicht. Kann man das nähen. Ist es heilbar. Woher rührt der Einschnitt. Ich bin nicht untätig, ich arbeite am Problem. Tagaus tagein laufe ich die Grenze entlang und suche mal hier, mal dort nach geeignetem Stoff. Nach Wundverband, nach Trostpflastern schon auch, nach Heilkräutern, nach Klammern. Ich bin nicht naiv, ich wende die Stoffe um und um. In mir bin ich gesund, doch außen voller Narben. Daß man das sieht, ist mir recht. Sieht man es nicht, ist es mir ebenso recht. Jeder sieht, was er kann. Ich bin die meiste Zeit nicht mit mir beschäftigt, sondern mit allem anderen. Daß ich hier zu viel Raum einnehme, liegt einzig an mir.


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