Etwas mag auch gut daran sein

Wenn nicht alle, so habe ich doch viele Fehler gemacht, die man als Mann machen kann, wenn man eine Frau liebt und mit ihr zusammen ist. Zum Beispiel den, alles teilen zu wollen. Zum Beispiel den, sie ganz kennen zu wollen. Zum Beispiel den, um einzelne Wörter und deren Bedeutung zu ringen. Zum Beispiel den, eine Art Deutungshoheit über die gemeinsamen Verhältnisse anzustreben. Zum Beispiel den, Welterklärungen abzugeben. Wer hier liest, kann unschwer feststellen, daß ich darunter noch immer leide. Ich entstamme ideologischen Verhältnissen und bin ein Kind des ideologischen Jahrhunderts: ein deutsches Kind aus einer kaputten Vergangenheit. Aus diesem Grund, mag sein, interessiert mich die Wirklichkeit als Ansammlung des Widersprüchlichen so sehr. Ich will nicht mehr auf eine Linie bringen. Soll es sich hinlegen, wo und wie es möchte, wie ein Hund meinetwegen. Und doch studiere ich die Muster. Daß alles läuft, wie es läuft, weiß ich ohne nachzusehen. Weniger urteilen, mehr erkennen. Einstweilen mag es so gehen. Männer sind notorisch, aber wir wissen das auch ein bißchen.


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