Dampferfahrten

Schritt für Schritt und langsam die Treppe hinauf. Oben schwimmert die Straße in der Hitze eines fetten Hochsommertags, der seine Last in den Abend kippt. Die Geschäfte schließen gleich, was daran liegt, daß es keine Siesta gibt. In Augenhöhe beim Treppaufsteigen sehe ich Fersen, Kniekehlen, Hintern, Rücken und Köpfe derer, die vor mir sind. Sandalen, Shorts, Kleider, T-Shirts, Haare. Oben streben die Lebenden in den Schluchten der Straße in die möglichen Richtungen. Ich will nach Süden ans Meer. Auf meinem langen Weg werden sich ein paar Berge in den Weg stellen. Was für eine umständliche Landschaft, könnte ich denken und dazu lachen. Man kann nicht mehr geradeaus, wird es interessant. Ein naturbedingtes Auf und Ab, ich war lange nicht dort. Während ich die Treppenstufen nach oben gehe und neugierig bin, was heute zu sehen sein wird, bastle ich mir im Kopf einen Essay zusammen, in dem ich erstmals und vollständig wahrheitsgemäß sage, was mir zusammenhängend und ernsthaft durch den Kopf geht nach den Erlebnissen und Erfahrungen der letzten Zeit. Die Essay-Idee macht mich übermütig, daß ich eine Bar besuche, die ich seit langer Zeit kenne, die ich aber nicht besuchen durfte, weil Leute wie ich eine Gefahr darzustellen schienen, da sie der Orthodoxie nicht folgten. Andererseits habe ich keine Ahnung, wer das sein sollte: Leute wie mich gibt es doch gar nicht.


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