Wie immer vor einer Reise bin ich aufgeregt, aber diesmal bekenne ich es. Als wir früher, ich war ein Kind, in den Urlaub oder die Verwandtschaft besuchen fuhren, beobachtete ich das Verhalten meines Vaters und wunderte mich, daß er aufgeregt war. Wir saßen doch bereits auf unseren Sitzen im Audi, im Kofferraum befand sich das Gepäck, in der Kühlbox war genug zu essen, um sich bis in die Pyrenäen durchzuschlagen – wir aber fuhren nur nach Dinkelsbühl. Erster und einziger Urlaub mit meinen Eltern, denn ich stamme vom Bauernhof. Man kann dort nicht weg, es sei denn, die Verwandtschaft füttert die Tiere und sieht nach diesem und jenem. Er war aufgeregt, und mir war, als zitterte er ein wenig. Das war mir nicht recht – ich wollte einen Vater, der alles lässig erledigt und sich nicht aufregt nur deshalb, weil er mit seiner Familie mal kurz das Haus verläßt. Ja sicher, man könnte sterben in der Ferne. Überall läßt sich sterben, mitunter sogar ausgezeichnet. Ich entstamme einer Todeswitzfamilie, wir kennen uns aus, können selbst dann noch lachen, wenn niemand mehr kann. Deshalb bin ich ja aufgeregt.
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