Wer über die Moral an die Macht will, bestätigt ein altes bürgerliches Vorurteil. Es fühlt sich für den Bürger richtig an, das moralisch Gebotene zu tun. Dadurch ist er biegsam und geschmeidig und erweist sich als anpassungsfähig für jedwelche Zukunft. Guten Gewissens braust er im E-Automobil durch die Gegend und erkennt sich als Teil des erfolgreich Richtigen. Die störenden Details läßt er unter den Tisch fallen, da liegen sie gut, die sind für den Hund oder die Katz. Der diskrete Charme der Bourgeoisie zeigt sich neuerlich in Blüte, bei günstiger Beleuchtung. Jeder Kauf ist eine Entscheidung, jede Wahl doch ebenso. Wird das Bürgertum rabiat, dürfen die Rechten ran. Aber erst dann. Derzeit erleben wir innerbürgerliche Zielkonflikte. Liberales Weltbürgertum gegen ortsgebundene Dignität. Wer ist die Schönste im ganzen Land. Daß überall dort, wo von Moral die Rede ist, von Macht und Interessen geschwiegen wird, macht stutzig. Die eifrigsten Vertreter modernerer Werte („Diversität“) sind die großen Spieler des globalen Geschäftslebens. Es wird immer kassiert. Nahezu alles. So möge die Überschrift lauten. Salzburg ist süßlich, nicht salzig. Der Zucker dient zur Täuschung. Wer Interessen hat, wird sie nicht plakatieren. Pfaffengesichter und Harmlosigkeitsdarsteller, dazwischen die Fiakerkutscher mit ihren echten Gesichtern, Leute vom Land, die mit Pferden können und bauernschlau sind im Umgang mit Fremden, die nichts wissen außer dem, was man ihnen erzählt.
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