Wozu es mich gibt, weiß ich nicht

Die Fülle sei unsere gemeinsame, die Leere meine eigene Erfahrung. Ich stoße ja nicht auf innere Leere, sondern auf äußere – allerdings … Es gab Zeiten, und vielleicht kehren sie auf höherer oder niederer Spirale zurück (das Leben gleicht keiner Linie, jeder weiß das), da sah ich in mich wie in einen Brunnen, und der Brunnenschacht war tief und dunkel, ich hatte keinen Stein zur Hand, und so wußte ich nicht, ist er tief oder ist er leer. Solange noch was drin ist, ist nicht leer. Verzweiflung. Überdruß. Doch das sind nur zwei Worte, wir füllen sie selbst mit Inhalt, wenn wir müssen. Und es scheint so, als müßten wir oder hätten gemußt. Ich bin gar nicht mehr so verzweifelt wie vor dreißig, zwanzig oder zehn Jahren. Scheint so, als hätte das Alter etwas für sich. Ich bin nun schon 58 und wundere mich beinahe täglich. Gott, wie verzweifelt ich war. Zweifel an allem, nur nicht am Mond, niemals an den Tieren, nicht an den Sternen.


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