Für mich ist leben ein emphatischer Begriff. Zur Emphase gibt es dies und das zu sagen. Etwas zum Ausdruck zu bringen bedeutet doch, es deutlich zu machen, und legt auch nahe, dies mit Nachdruck zu tun.
Ich möchte deutlicher werden, nahm ich mir zum Jahreswechsel vor. Nie zuvor nahm ich mir irgend etwas für das sogenannte neue Jahr vor. Warum sollte ich. Diesmal also dies: deutlicher werden. Bin ich denn undeutlich gewesen, konnte oder mußte man mich mißverstehen?
Vermutlich bin ich mir selbst undeutlich oder verschwommen geblieben, vermutlich habe ich dieses und jenes verschwiegen, um niemanden zu kränken. Vermutlich vermutlich. Dies und das. Leben ist die Ausnahme in einer toten Welt. Aber sie klagen, daß sie leben müssen, und träumen vom Suizid.
Es wäre noch vieles zu sagen. Ich hole es sukzessive nach. Die Zeit spielt dabei eine Rolle. Man kann nicht alles immer sagen, nicht immer alles jetzt. Ich wiederhole den Satz, der Albert Einstein zugeschrieben wird und lautet: Wahrheit ist eine Funktion der Zeit. Die Wahrheit genommen als das, was für wahr gehalten wird. Höher hinauf soll das nicht.
Ist Wirklichkeit keine Funktion der Zeit, ist sie demnach überzeitlich, unterzeitlich oder jederzeitlich? Letzteres wohl.
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