Es war ein anderes Gehen heute. Fast widerstandslos. Ich ging durch die materielle Welt und dachte nicht, wie erst kürzlich, was machen die alle hier. Irgendwas werden sie schon tun, und wenn sie nichts tun, die, die ich nicht kenne, ist es mir ebenso recht. Ich fand heute kein Lokal, um mich zu erfrischen. So lief ich weiter und weiter und umrundete die unbekannte Mitte meiner heutigen Schritte. Darauf reimt sich Schnitte, doch ich aß nichts. Es gibt diese positiven Hungertage, da mag ich nichts zu mir nehmen. Überall aßen sie. Es gibt immer weniger Kneipen und Cafés, dafür mehr Freßläden. Freßladen klingt häßlich. Kleine und große Restaurants, Berlin ist voll davon. Eröffnet irgendwo was, ist es ein weiterer Freßladen. Selbst die Jüngeren haben nun Geld, um dauernd essen zu gehen. Früher, irgendwann früher, war das den Eltern vorbehalten und jenen, die aussahen, als seien sie alt und besitzend. Als ich nach Berlin kam, gab es noch nicht diese Freßläden überall. Ihr Wuchern begann um das Jahr 2005 vielleicht. Die Freßläden bieten hervorragendes Essen an, keine Frage. Man kann sich von hier durchfuttern bis ans andere Ende der Welt. Wird viel gegessen, wird weniger gedacht. Das ist das Problem. Ich vermisse die Kaffeehäuser, ich vermisse die Kneipen, ich vermisse die Bars. Das sind spirituelle Orte, ähnlich wie Tempel, Friedhöfe oder Kirchen. In den Freßläden nur „die Polka der Unterkiefer“, um mit diesem kleinen Zitat Guido Ceronetti zu ehren. Albergo Italia.
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