Ein Anti-Held ist ein Held wider Willen. Unfreiwillig und unbeabsichtigt gerät er in eine Situation der Entscheidung und der Bewährung. Die Figur des Anti-Helden wurde wiederentdeckt, als der klassische Kriegsheld, aufgrund penetranter Heldenpropaganda, als kompromittiert galt. In jener nun verblassenden Ära kritischer Reflexion über das einstige Heldentum gab es auf der Höhe kultureller Reflexion keine Kriegsfilme mehr, sie mußten Antikriegsfilm genannt werden. Im B-Movie-Segment dagegen gab es zeitübergreifend Kriegsfilme zur Genüge, ohne moralischen Anspruch und mit jeder Menge Action. Die Zeiten wandeln sich, Krieg ist nicht mehr geächtet wie damals noch. Offizielle Helden sind gefragt, also nötig. Held und Anti-Held befinden sich in einem dialektischen Verhältnis. Geht es dem einen schlecht, springt der andere ein. Es wird jederzeit gekämpft, nicht nur im Krieg. Manche nennen das Werte aushandeln.
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