Hinein in die Rosen

In Möglichkeiten denken, in Wirklichkeiten leben. Sie aufeinander abstimmen. Nicht in die Utopien abdriften. Sie sind schwimmende Inseln im Strom der Zeit. Das Mögliche ist das, was ich mag und möchte. Allerdings richtet sich wenig nach meinen Wünschen. Allerdings darf ich es probieren. Das Mögliche ist insofern Teil des Wirklichen, als es erreichbar und gestaltbar ist. Eine „Weltreise“ ist möglich, auch wenn der Begriff etwas pompös erscheint. Eine Reise zum Mittelpunkt der Erde ist nicht möglich. Die Utopien verlieren ihren visionären Wert, wenn sie Unmögliches in Aussicht stellen. Wo die Grenze zwischen Möglichem und Unmöglichem verläuft, erfährt sich durch Versuche. Sie beginnen früh. Ich landete vierjährig mit dem Dreirad im Rosenbusch, als ich versuchte, im Vorgarten die Treppenstufen hinunterzufahren. Vorher hatte ich, damit die Großen mich beachten, laut verkündet: „Ich mache was, was keiner kann.“ Ich schrie, denn die Dornen der Rosen stachen. „Weißt du denn nicht“, tröstete meine Mutter, „daß man eine Treppe nicht hinunterfahren kann?“ Ich schüttelte den Kopf und log: „Nein.“ Es war herrlich, so getröstet zu sein und beachtet zu werden. – Möglichkeit läßt sich auch negativ denken. Daher die Vorsicht.


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