Haarschneider

Es dauert eine halbe Ewigkeit, bis man endlich begreift, daß man es selbst machen muß. Die anderen pfuschen ständig an einem herum. Das liegt daran, daß man sich nicht wehrt, daß man darauf wartet, daß jemand einem hilft oder einen rettet. Wie erbärmlich. Also bekommt man wieder und wieder diesen idiotischen Haarschnitt verpaßt, Fassonschnitt oder sonstwas. Tadellos sieht das aus, der eigene Kopf wie ein Ausstellungsstück einer Innungsangelegenheit. Endlich legt man selbst Hand an, unsicher und maximal verängstigt. Haare sind der Ausweis der Person. Wer das nicht weiß, wird es lernen sollen. Glatzen sind wunderschön, denn sie verweisen auf Ehrlichkeit. Lange Haare verheißen Freiheit und Großzügigkeit, sie bieten ein Versteck. Die Kurzhaarigen versprechen Akkuratesse, Kontrolle und Selbstbeherrschung. Man schneidet sich also endlich selbst die Haare, aber perfekt wird es nicht. Es gibt nicht perfekt, wenn man es selbst macht. Es gibt nur Annäherungen. Doch die sind schön selbst in ihrem Scheitern.


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