Walnüsse und Gehirne

Daß die Bäume stillstehen müssen und sich nicht fortbewegen können, beschäftigte mich bereits als Kind. Wenn sie mit der Motorsäge kamen und in den Stamm schnitten, tief und laut, gab es kein Entrinnen. Später lagen sie ausgestreckt am Boden wie gestrandete Wale, und einer mit Motorsäge ging den Stamm entlang und schnitt die borstigen Äste ab. Das war es. Der Nachbarn Grundstück wirkte kahl und schutzlos, wie von allen guten Geistern verlassen. Es sollte alles blank sein, sie wollten aus ihrem Küchenfenster durchsehen können bis zur Straße. Daß wir den alten Nußbaum am Hühnerhof, dessen Stamm es im großen Herbststurm von 1972 in zwei Hälften gespalten hatte, mit Hilfe eines schmiedeeisernen Ringes wieder zusammenschrauben ließen, so daß er weitere dreißig Jahre lang leben konnte, rief ein Kopfschütteln hervor. Auch auf dem Land war man modern geworden und verzichtete auf Bäume, Sträucher und Gebüsch. Unkraut wurde totgespritzt, der englische Rasen sollte es sein.


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