Eine Krankheit des Herzens

Während ich Solitaire-Karten bewege, höre ich geistesabwesend einem TV-Portrait über Elon Musk zu, ohne die Filmaufnahmen. Ich vermisse sie nicht, die Karten sind wichtiger. Die wichtigsten Stichworte erreichen mich dennoch: Einzelgänger, klein, Wachstumsschub, programmieren, zerrüttetes Elternhaus, es allen beweisen, Risikofreude, alles auf eine Karte, bei Verlust den Einsatz verdoppeln, Visionen, Anerkennung, Paypal, Tesla, Satelliten, Marsmission, Twitter heißt jetzt X, Politik, nur der Tod kann ihn stoppen. Die Stimmen der Zeitzeugen zwischen Skepsis und Bewunderung, der reichste Mann der Welt, das macht Eindruck. Während die Karten zueinander passen oder nicht – ich habe fünfundvierzig Minuten Zeit und mehr – entsteht kein rechtes Bild des Helden. Er will vieles und ganz schnell, doch seine Visionen klingen trist. Sie sind technischer Natur, er ist ein Kind des technischen Zeitalters, ihm gehören Gegenwart und Zukunft, einstweilen. Durch Implantate und Zurüstungen soll der Mensch sich der Künstlichen Intelligenz gewachsen zeigen, die Reise zum Mars ermöglicht ein kollektives Überleben der Menschheit, wenn auf Erden Schreckliches geschieht usw. Wie will ich das nennen – utopischen Realismus. Der macht mich traurig. Auch der Mars wird geschrottet werden, wenn man das Leben und Überleben auf solche Weise angeht.


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