Definitivpronomen

„Kann man uns überhaupt retten?“ schmachtet Meret Becker in Babylon Berlin (S3 E9) einem Schauspielkollegen zu, und ich erinnere mich vergangener Zeiten, da ich selbst mit Nein geantwortet hätte. Rettungslos verloren, wenn auch nicht sinnlos. Wir hätten also für etwas gestanden, wären wir gegangen vor der Zeit. Was es war, wofür wir standen, hieße leben, spüren, sein. Klein geschrieben, um nicht sonders Aufhebens zu machen davon. Wir waren kurz davor, zergurkt zu werden. Hoffnungslos fast. Ich kann deshalb nicht die Tränen der Reichen weinen, das müssen sie selbst besorgen. Ich gerate auch nicht ins Selbstmitleid, diese Badewanne ist kalt. Wir leben in harten Zeiten, doch ich entsinne mich nicht weicher. Wir haben doch alles, sagt jemand. Ja, bis auf das.


Entdecke mehr von holger tegtmeyer / texte und tage

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Definitivpronomen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert