Problemfrage

Der Bundespräsident appelliert an die Bundesregierung, sich zu zeigen und zu verantworten. Das dürfte immerhin zu erwarten sein. Nicht zuviel verlangt. Doch der Kanzler übt sich in Zurückhaltung. Man ahnt, daß er auf bessere Zeiten hofft. Die Bauern nerven, die Koalitionspartner nerven. Die Kriege nerven, das eigene Gewissen streßt. Von Affären umstellt macht dieser Bundeskanzler die Schildkröte. Er panzert sich ein und streckt nur, wenn es nichts anders geht, ein Füßchen oder Händchen nach draußen. Unbequemer hatte es niemand derart. Er muß leiden, mehr als seine Vorgänger. Mit Pragmatismus und Opportunismus kommt man nicht mehr durch. Das war früher anders. Jetzt wollen die Leute Bekenntnisse hören, doch da sind keine in ihm. Die Dinge laufen hoch und bilden eine Pyramide, von der es in alle Richtungen rieselt. Was soll Scholz da machen.


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