Woran läßt sich „das kleine bürgerliche Milieu“ erkennen? Gibt es Merkmale? Die gibt es. Bildungsbeflissenheit ist eines. Pedanterie und Rechthaberei sind weitere. Autoritätshörigkeit in alle Richtungen, die irgendwo in ein anerkanntes Oben leiten. Selbstaufwertung durch Abwertung anderer, Größen- und Heldenphantasien, stark ausgeprägte Ressentiments jenen gegenüber, die es geschafft zu haben scheinen, gepaart mit unverhohlener Bewunderung. Überhaupt der Mythos des Es-geschafft-Habens. Als sei die Wirklichkeit des Lebens ein Rennen, in dem es darauf ankommt, die schnellste Ratte zu sein. Das kleine bürgerliche Milieu steckt fest in einer Unterordnungslogik, die es ohne sie, die Vertreter und Ausführenden, gar nicht gäbe. In solchem Sinne sind sie tätige Opfer.
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