Beleuchtungen

Unruhige Nacht: zwei Stunden Schlaf, eine Stunde wach, zwei Stunden Schlaf, eine Stunde wach. So noch weiter. Wirre Gedanken, kreisend um einzelne Worte, als sei ich ein verrückt gewordener Poet, der seinen Ausdruck sucht, ausgerechnet nachts, da er doch schlafen und sich von den Musen beglücken lassen sollte in köstlichen Träumen. Das Wachliegen wies keinen Sinn auf, folgte keinem Zweck. Schlaflücken mit aufgewirbeltem Unsinn, der wie Sinn-Staub herumschwirrte und im Kopf wehtat. Ich sah kein einziges Bild. Nur dieses Kreiseln um einzelne Worte, Partizipien nur, nicht einmal Hauptwörter: geblendet zum Beispiel oder bekannt. Nichts aus der Erinnerung mochte da festmachen, es blitzte nur vor dem inneren Auge, als sei ich beim Schnellfahren erwischt worden. Keine Straße, keine Richtung – nur dieses Blitzen oder Funkenstieben wie am Silvesterfeuer.


Entdecke mehr von holger tegtmeyer / texte und tage

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Beleuchtungen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert