Kein Staudamm

Im Regen die Straße hinauf zum Haus. Leiser Regen beglückt mich. Eine meiner Ekstasen: ich weiß nun, was ich hier tue. Denke ja oft darüber nach und habe meine Zweifel. Alle Rede entstammt dem Augenblick, sie wird jetzt getätigt, nicht in zwei Stunden oder übernächstes Jahr. Und in diesen Augenblick hinein soll sie erfolgen, sogleich ankommen, gelesen werden können. Daß dies möglich ist, dank des Internet, ist mir ein Segen. So rede ich und kann mir einbilden, jemand höre zu, jetzt gleich oder in ein paar Minuten. Das ist nahe genug am Augenblick und seiner Gunst. Fingierte Mündlichkeit? Ach ich weiß nicht. Nein, echte Schriftlichkeit. Das Bestderzeitmögliche. Hinaus damit in die Welt. Möge auch diese Äußerung auf die Reise gehen wie ein Vögelchen oder ein Pfeil, der einen anderen Vogel vom Himmel holt, irgendwo dort draußen in der Weite des Wirklichen oder in der Nähe des Herzens. Ich will mich nicht aufstauen, das macht mir Schmerzen.


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