Die Angst zu verschwinden … vielleicht eher die, gar nicht erst da zu sein. Unanwesend zu sein, natürlich nur gewissermaßen (so also ob). Man kann sich ja in die Backe kneifen. Das Gefühl also, als ginge es gar nicht um mich oder dich oder all die anderen, als ginge es um niemanden, nicht einmal um die Träger eines großen Namens. Ein furchtbares [eben stand hier noch: fruchtbares] Gefühl, das zermalmt und zernichtet. Es ist dem Nihilismus zugeordnet, der Lehre, das nichts zählt oder gilt, der Lehre vom mechanischen Leerlauf der Dinge in der Zeit. Als sei alles verbraucht worden, als gäbe es für uns keinen nährenden Sinn mehr. Die Götter sind mausetot, es existieren nur mehr Gespenster in kosmischer Steppe. Der Nietzsche-Befund, knapp hundertvierzig Jahre später, der ebenfalls aus sinnverbrauchter und sinnverbrauchender, also vernichtender Zeit schrieb, nur daß wir jetzt digital sind. Derweil läuft die Bullshit-Produktion hochtourig weiter im sogenannten Turbo-Kapitalismus mit seinen zahllosen Boostern und Verlängerungen und Überbietungen, und eine Sehnsucht erfaßt mich, daß die Menschen noch einmal zu lernen sich begäben, woher wir kommen und wessen wir wirklich bedürfen.
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