Der Tag ist da, die Sonne lacht. Ach dieses nächtliche Schreiben – warum muß es enden. Es könnte weiter und weiter gehen oder gleiten, eins kommt zum anderen, in langen Zügen hinaus auf den See. Mondlicht leuchtet fahl. Nightswimming. Der Sommer naht, vorher noch ein wenig Frühjahrsquälerei. Wir sind live dabei. Ist mir seit heute, als könnte man wieder leben. Brinkmanns Zorn belebt mich. Gestern schrieb ich in einem Brief, gäbe es Kinder und Jugendliche nicht, müßte man sich erschießen. Das wirkte ebenfalls kräftigend. Man schreibt sich die Qualen vom Leib. Politik zum Beispiel foltert meine Sinne. Die anderen sehen auch nicht gut aus. Nun macht mal Frieden, Strategen einer Weltordnung kleiner Hutgröße. Wie zäh blutet und stirbt es an den Fronten, dieses hin und her gerissene und verschandelte Leben als Mitglied (mitgefangen mitgehangen) einer jeweils richtigen oder falschen Gruppe. Wie kaltschnäuzig spult sich ab, was Machtwille oder taktisches Kalkül heißen mag. Geländegewinne und Grenzkorrekturen, Neuigkeiten aus dem Geschichtsunterricht. Was gibt es Schönes zu vermelden? Ich behandle meine Niedergeschlagenheit schriftlich.
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