Die Schere im Kopf wäre eine der Selbstzensur. Ihr Schneiden hätte zur Folge, daß die interessanten oder skandalierenden Passagen eigener Rede als Folge originellen Denkens herausgeschnitten würden. Schade darum. Es geht auch die Rede von vorauseilendem Gehorsam. Dies ist eine besonders unangenehme Form des Ja-Sagens, da eine Zustimmung noch gar nicht gefordert war. Gute Vorgesetzte verbannen aus gutem Grund die eilfertig Gehorsamen in die nachgeordneten Positionen. Auf sie wird bei starkem Gegenwind kein Verlaß sein. Andererseits eignen sie sich als Wetterhähne. Insofern ist ihnen eine Aufgabe zuzutrauen. Die Schere im Kopf als Form der angewandten Selbstkritik ist andererseits mehrfach sinnvoll. Herausschneiden, was geschwätzig, wichtigtuerisch, unangebracht, unangemessen oder nicht an der Zeit ist. Nicht an der Zeit ist, was aktuell nicht verstanden werden kann.
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