Ich in noch gar nicht geboren … denke ich oft. Dabei gibt es eine Urkunde, die Datum und Ort bezeugt. Ich bin hier regulär unterwegs, tue dies und das und habe getan und werde tun. Wenig daran auszusetzen, ein Menschenleben in unserer Zeit, typisch in manchen Dingen, in anderen vielleicht eher nicht. Hängt von den Maßstäben ab, die angelegt werden. Ich bin noch gar nicht geboren … Seit wann denke ich das? Nein, ich fühle es. Als stünde etwas aus, als tappte ich im Dunkeln herum oder nähme von vielem bloß die (falsche) Hälfte wahr. Dann wieder Momente kristalliner Schönheit und konzentrierter Sinnesleistung (ohne Anstrengung), als sei ich inmitten dessen, wofür ein stimmiges Wort nicht gefunden werden kann oder muß. Vermutlich versteht in mir etwas, daß eine zweite Geburt, eine Wiedergeburt erfolgen muß: daß wir zwei- oder dreimal zur Welt kommen, jeweils als Verwandelte. Nichts daran ist zu forcieren, es handelt sich nicht um etwas Sportliches oder willentlich zu Erreichendes. Man wird nicht befördert, trägt keine Rangabzeichen. Manchmal ist mir oder war mir, als sei es bereits geschehen. Dieses Wunder der Wiedergeburt innerhalb des Lebens, bei der stirbt, was aufgegeben werden muß, was überflüssig ist.
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