Manchmal spreche ich in meiner Phantasie mit Leuten, die ich kenne. Wir diskutieren, wir tauschen Argumente aus. Ich weiß schon, welche sie vorbringen werden, und kenne meine eigenen. Wie sie zueinander passen könnten, darüber scheine ich nachzudenken. Am liebsten wäre mir, wir gingen miteinander auf in einem Teig aus Gleichgesinnt- und -gestimmtheit. Dann verschmölzen wir und wären wieder eins, ganz so wie zu Beginn unserer gemeinsamen und durchaus idealistischen Lauf- und Lebensbahn. Das wird jedoch nicht geschehen – es sei denn, man träte von sonstwo an uns heran mit ungeheuerlichen Forderungen (von oben), die abzuweisen unsere gemeinsame Pflicht wäre. Doch selbst dann, wer weiß. Ich male mir das nicht aus. Feigheit ist ein Menschenrecht. Es läßt sich rechtfertigen. Vorsicht und Angst stehen bereit. Wer bin ich schon, Leute anzuklagen. Sie sind gut und fehlbar, nicht anders als ich. Doch es ächzt im Fundament, das uns trägt oder tragen sollte.
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