Politische Depressionen 2

Ich möchte weiter an meinen politischen Depressionen arbeiten. Bemerkt habe ich sie (wie könnte ich sie übersehen), bekämpfen werde ich sie keinesfalls. Nicht die Depressionen! Eher käme mir gelegen, die Ursachen derselben verschwänden. Daß ich nicht der Maßstab der Dinge bin, wurde erklärt, doziert, exekutiert. Ich wußte das bereits vor solcher Maßnahmenpädagogik. Es steht mir nicht zu, in die Machtfindungs- und Machtballungsprozesse einzugreifen, ich darf sie jedoch beobachten, beschreiben und kommentieren. Ich beobachte sie am eigenen Leib – deren Einwirkungen auf Sinn und Sinne. Wir leben in einer Debattendemokratie. So mag ich Debatten führen, dabei zusehen oder zuhören, wie sie geführt werden und von wem. Ich mag das ganze Tableau, ich mag sogar, wenn Leute sich äußern, die von außerhalb der anerkannten Diskurse zu kommen scheinen oder sie nicht ausreichend beherrschen. Willkommen im Gespräch über Schwierigkeiten, die auftauchen können, wenn man mit- oder gegeneinander in einer Zivilisation lebt, die sich fortwährend selbst sucht. Geisterhaft.


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