Mit Wassern gewaschen

Es ist gut, an den Fluß zu gehen und seine Wasser rauschen zu hören. Die tragen fort, was sich ereignet hat. Die Flüsse säubern die Städte und nehmen den Unrat mit. Ich entstamme einem kleinen Dorf, durch das ein Bächlein sich schlängelt, windet, bahnt. Dieses Bächlein, plattdeutsch Beeke genannt, erfüllte seine Aufgabe und erfüllt sie noch. Das Bächlein entspringt oberhalb des Ortes im Wald und fließt von dort bergab durch die Felder zu uns und durch uns hindurch in den nächstgrößeren Fluß, die Humme, die wiederum der Weser zuströmt. Als ich klein war, spielte ich im Bachbett und staute ihn, hielt Ausschau nach Forellen und erblickte einmal tote Ferkel hinter einer Scheune aus rotem Backstein. Da lagen sie bleich neben- und aufeinander. Deshalb habe ich eine Vorstellung davon, was ein Schindanger ist. Selten geht die Beeke über die Ufer. Wenn sie es tut, muß es zuvor hundert Liter auf den Quadratmeter geregnet haben. Auszuschließen ist das nicht. Ich bin dann stolz auf das Bächlein, sogar wenn alle schimpfen. Hochwasser bereiten Ungemach, Niedrigwasser macht Sorgen.


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