Später etwas mehr

Endlich ist es gut. Nachtschlafenszeit. Ich habe Gedanken spazieren geführt wie treue Hunde. Andererseits weiß ich, daß sie ausbüchsen werden bei nächster Gelegenheit. Gedanken gehören einem nicht, ebenso wenig wie Menschen. Eines Tages sieht man das ein. Es ist leicht zu verstehen. Ist es verstanden, sieht die Welt anders aus. Viel zu lange wollten oder wollen wir Kontrolle ausüben, um über sie Sicherheit zu verspüren. Jemand bewacht den Schlaf seiner Geliebten, dann hört er, daß sie einen Namen sagt im Traum, und er denkt sich sonstwas. Jemand überwacht die Wege des Geliebten, um zu forschen, ob er nicht woanders noch Freude findet. Solche Grotesken bestimmen die Verhältnisse unserer Liebenden. Das mag rührend sein, nur führt es in die Irre. Kontrolle ist ein Zeichen der Angst. Angst produziert Verluste. Es ist nicht gut, wenn wir aus Schuldgefühlen einander verbunden sind. Der Weg der Liebenden ist endlos, ich kürze hier ab, denn ich bin müde. Man muß durch all diese Irritationen hindurch, voll der Sehnsucht, und gerät erneut in sogenannte Mysterien.


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