Ungeduld und Geduld umarmen sich und tanzen auf der Straße

Meistens durchlaufe ich eine Situation recht schnell – sie besteht aus Ankunft und Begrüßung, der Verweildauer des Austauschs, dem Abschied. Wenn die momentane Ruhelosigkeit es gestattet, bleibe ich länger und widme mich. Früher konnte ich das besser, sie (die widmende Aufmerksamkeit) fiel mir leichter. Menschen interessieren mich, ich erforsche sie, ich mag sie. Ich weiß, daß sie aus Schichten bestehen und aus Redeweisen und eingeübten Sätzen, deren Verfallszeit auszuprobieren ist, schließlich möchten wir allesamt verstanden werden, allerdings nicht von jedem und erst recht nicht jederzeit. Ankunft und Begrüßung sind wichtig, es gibt die ersten Signale. Den Austausch bestimmen die Anwesenden, sie sollten aufgelegt sein zu solchem Tauschhandel der Sätze, Meinungen, Empfindungen. Vielleicht entsteht eine erste Melodie, der Ansatz eines Themas. So geht das dann weiter, und wenn es schön ist, mag ich gar nicht mehr gehen. Aber draußen ruft die Straße, was nur ein Bild ist dafür, daß die Ruhelosigkeit erneut dominiert und abgelaufen werden will, Meter für Meter. So beruhigt sich das Herz, so bekommen die Sinne neue Nahrung.


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