Krieg ist der blutige Spucknapf der Bilder

Wie bekommt man ein komplexes Geschehen in die Box? Halt die Kamera drauf! sagen manche oder tun es. Das ergibt Material, das anschließend zusammenmontiert und mit einem Sprecherkommentar versehen wird. Und ab damit in die Redaktion, die versendet es an den Sender, der dafür bezahlt. Das ergibt eines der unzähligen Bilder und Bildfolgen dieser Welt, vierundzwanzig Bilder pro Sekunde Wahrheit, wie Godard gesagt haben soll und es so nicht gemeint haben kann, es sei denn, jemand wäre ein sehr guter Zuschauer und könnte in dem, was gezeigt wird, zugleich erkennen, was nicht gezeigt ist. Ich stelle mir vor, ich müßte an einen Kriegsort reisen und von dort bewegte Bilder liefern, käme irgendwo an, und schon rasselten die Sprengkörper von Himmel herunter, und ich filmte oder ließe filmen, wie das aussieht – während es geschieht und was anschließend zu sehen ist, wenn die Folgen des Einschlags oder Angriffs sichtbar wären. Ja, was denkt man sich denn, was da zu sehen sein wird? Nun erst ist es wahr, nachdem es zunächst nur war?


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Krieg ist der blutige Spucknapf der Bilder

2 Gedanken zu „Krieg ist der blutige Spucknapf der Bilder“

    1. Niemand weiß, warum wir hier sind. Doch wir sind und wir suchen. Der Zufall ist der überfüllte Abfalleimer der Erkenntnissuche. Keine Kategorie des Verstehens, sondern ein Dokument eines Eingeständnisses: dem des Nicht- oder Nochnichtverstehens. Eine Einstweiligkeit. Ja, so würde ich den Zufall umschreiben.

      Mit den Religionen habe ich wenig zu schaffen, doch ich achte ihr Bemühen. Zur Frage: Warum bin ich hier? Warum nicht dort, warum ich? Wer wäre denn besser hier als ich? Was bedeutet es also, hier zu sein und nicht dort, was bedeutet es, ich zu sein und nicht du? Wir dürfen solche Fragen ernsthaft verfolgen und auch Antworten versuchen, in aller Bescheidenheit.

      Es wird also nicht eng, sondern weit und interessant.

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