Das Parolenhafte der Debatten um dies und das. Man schreit sich an, wiederholt und wiederholt und wiederholt die eine kleine, angeblich eigene Aussage. Dafür oder dagegen – wie damals in Hannover in der Nähe des Hauptbahnhofs, ich war vielleicht siebzehn Jahre alt, unerschütterlich und nur kurz zu Gast in der Landeshauptstadt unseres schönen Niedersachsen, da hob ein 96-Fan seine Fahnenstange und fragte, bevor er zuschlug: „96 – ja oder nein?“ Ich sah erst in sein dummes Gesicht, dann die Fahnenstange hinauf und sagte müde lächelnd: „Natürlich ja.“ Herrgott, wie konnte er mich das fragen, er hatte die Antwort doch bereits determiniert. Sag ja, sonst sperren wir dich ein. Na wunderbar. Mach dies, sonst geschieht jenes. Noch wunderbarer. Dies ist ein freies Land, wer will das vergessen. Politische Ansichten interessieren mich fast gar nicht mehr, und dies zum Schutz derer, die sie äußern. Was müßte ich sonst über sie denken. Sprechen wir einstweilen über das Wetter. Das Wetter hält das aus, ihm ist schnuppe, wie geredet wird. Dem Klima ebenso. Das sind meinungsunabhängige Größen.
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