Viele Künstler fragen, warum ihnen die Anerkennung versagt ist. Einige müssen warten, ehe ihnen etwas gelingt. Manche erwarten sich ständig und erreichen sich spät – andere vielleicht nie. Es geht nirgendwo gerecht zu, selbst wenn wir es wollen. Wir hätten auch Mühe, Gerechtigkeit zu bestimmen, ginge es um Talent, Begabung, Entwicklung – diesseits oder jenseits der Einstellgrößen, an denen herumgefummelt wird zum Wohle des Künftigen und süßer Utopien. Ein Jegliches hat seine Zeit, hat man auch uns zu erklären versucht. Wer jung ist, drängt aus Ungeduld. Wann sind wir endlich da? Der schnelle Weg zum Ruhm als handstreichartige Lösung sämtlicher Probleme. Mit achtzehn auf den Thron, mit dreiundzwanzig wieder runter. Das macht nachdenklich. Wann also ist man soweit? Man ist soweit, es ist zum Kotzen, wenn man soweit ist. Man muß dranbleiben, sagen die Erfahrenen. Das ist richtig: „a quitter never wins and a winner never quits“. Bis dahin erfolgt Entwicklung. Entwicklung bedeutet Veränderung. Ins Ungewisse hinein, wie das Leben auch. Kunst ist ein Teil des Lebens. Dessen Ausdruck, dessen Kampf, dessen Krönung zuweilen. In der Kunst stellt sich das Leben dar, frei von Befehlen, außer denen der Form und des Materials. Wie weit trägt es einen hinaus oder hinauf, dieses künstlerische Tun, dieser Wahn des Erschaffens und Gestaltens? Man geht weiter, einfach immer weiter, und achtet auf die Begegnungen, und versucht zu verstehen, was sie bedeuten, und geht ihnen nach oder sucht woanders weiter. Der Weg ist erst zuende, wenn man umfällt. Ein Ziel mag es geben.
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