Da es um alles geht und nicht um Pillepalle

„Produktive Bewirtschaftung der eigenen Defekte, das heißt künstlerische Psychologie.“ / „Autorität durch Autorschaft.“ Alle paar Jahre oder Monate ist Bazon-Brock-Zeit. Ich durchsuche das Internet nach Vorträgen des strengen Zuchtmeisters der modernen Kunst, der sich zu allen Phänomenen unserer Zeit zu äußern weiß und sie zurückführt auf ihre Herkunft, sie sortiert nach Sinn und Unsinn und gnadenlos zu sezieren versteht. Daß Wirklichkeit nur dasjenige ist, das unabhängig von unserem Einfluß existiert, ist eine jener berühmten Zuspitzungen, die augenblicklich klären, was das Problem ist – meinetwegen derzeit, meinetwegen politisch. Daß der Künstler dasjenige arbeitet, das er nicht kann und nicht wirklich weiß, dieses Nichtwissen und Nichtkönnen aber darstellbar macht, klärt den Unterschied zwischen künstlerisch-wissenschaftlicher Individualität (nicht Individualismus) und kollektivem Kulturalismus. Daß er von oben herab zu sprechen scheint, daß er hochfahrend ist, dieser Bazon Brock – eine Eigenart. Immerhin kämpft er und weiß wofür.


Entdecke mehr von holger tegtmeyer / texte und tage

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Da es um alles geht und nicht um Pillepalle

2 Gedanken zu „Da es um alles geht und nicht um Pillepalle“

    1. Ist das denn die Frage? Es sind zwei entgegengesetzte Talente, meine ich: die des Künstlers und die des Kunsttheoretikers und Kunsthistorikers. Zu Brock gibt es eine halbwegs umfangreiche Eintragung in der Wikipedia. Da kannst Du schauen, was ihn umtreibt und wo er sich herumgetrieben hat. Fluxus, Documenta, Denkerei (Amt für Arbeit an unlösbaren Problemen). Gut gefällt mir die Honorarprofessur für Prophetie.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert